Willkommen in Digitalien!

“Eine Revolution in der Orthopädie-Technik steht bevor”, prophezeiten die einen. “Gemach, gemach”, meinten die anderen. Die Vorboten tiefgreifender Veränderungen jedenfalls waren auf der OTWorld 2016 nicht zu übersehen:

3D-gedruckte Vorfußprothese - stamos + braun

Den Prototyp einer komplett in Silikon gedruckten Vorfußprothese stellte stamos + braun prothesenwerk aus Dresden im Kongress der OTWorld vor (Foto: stamos + braun).

Digitale Anwendungstechnologien und der 3D-Druck gehörten zu den vieldiskutierten Themen in diesem Jahr und es wurden etliche marktfähige Produkte sowie Prototypen gezeigt – von gedruckten Designprotektoren bis zu Einlagen sowie Orthesen, Badeprothesen und Prothesenstudien.

Weiterlesen

Die Zukunft der Orthopädietechnik kommt aus dem 3D-Drucker

stamos + braun prothesenwerk - Produkt-Impression vom Fototermin der OTWorld

stamos + braun prothesenwerk aus Dresden verarbeitet hochtemperaturvernetzende medizinische Silikone mit einem 3D-Drucker. Auf der OTWorld 2016 zeigt das Unternehmen seine Produkte (Foto: C. Günzel)

Orthesen und Prothesen aus dem 3D-Drucker sind bereits Realität. Die modernen additiven Fertigungsverfahren ermöglichen komplexe dreidimensionale Formen bei der Gestaltung von Hilfsmitteln. Innovation, 3D-gedruckt: Die neuesten 3D-gedruckten Produkte stellt die Weltleitmesse OTWorld vom 3. bis 6. Mai 2016 in Leipzig vor. Zu den Ausstellern gehört die stamos + braun prothesenwerk GmbH aus Dresden, die unter anderem eine neuartige Silikonvorfußprothese mit integriertem Vorfußpolster präsentiert. Weiterlesen

Achtung, Gesundheitskontrolle! Apps überwachen Wohlbefinden

Herzfrequenz, Blutzucker, Kalorien, gelaufene Schritte, Schlaf-Wach-Rhythmus … Mit Apps und Wearables wie Smart Watches messen Gesundheitsbewusste und Fittnessfreaks ihr Wohlbefinden. Für chronisch Erkrankte bietet die Technologie ganz neue Möglichkeiten der Kontrolle. Ein riesiger Markt der “Selbstoptimierung” tut sich auf, auf dem vom Startup bis zum Großunternehmen und zur Versicherung viele mitmischen und Gesundheitsdaten begehrte Währung sind. Kritiker befürchten eine Entsolidarisierung der Gesellschaft, bei der nur die Starken und Gesunden gewinnen. Befürworter sehen Chancen, gesünder zu bleiben – und revolutionäre Erkenntnisse über Krankheiten zu gewinnen. Und sogar die Infrastruktur der neuen Gesundheitskarte der gesetzlichen Krankenversicherung soll – nach dem E-Health-Gesetz – von Fitnesstrackern oder Wearables gewonnene Daten auf Wunsch aufnehmen und dem Arzt übermitteln.

Die Sensoren sind wach, immer. Nur 70 Prozent Schlafeffizienz heute Nacht, warnt das Fitnessarmband. Blutdruck liegt noch im Normbereich, Blutzucker geht so. Buttercroissant zum Frühstück? Zu viele Kalorien, murrt die App auf dem Smartphone – das gibt Punktabzug bei der Krankenversicherung. Bleibt das Aktivitätslevel so niedrig, erhöht sich der Beitrag, ermahnt der Schrittzähler. Weiterlesen

Gesundheitsdaten: Außer Kontrolle

Fitter und gesünder durch Apps und Wearables? Wo liegen die Risiken? Interview mit den Wissenschaftlern Dr.-Ing. Carsten Trinitis vom Lehrstuhl für Rechnertechnik und Rechnerorganisation, I10, des Instituts für Informatik und Diplominformatiker Thomas Kittel, Mitarbeiter am Lehrstuhl für IT-Sicherheit der Technischen Universität München.

Tausende Apps und zahlreiche Wearables verheißen, uns fitter und gesünder zu machen – wenn wir nur genügend digitale Körper- und Gesundheitsdaten sammeln und auswerten lassen. Ist doch ein tolles Versprechen, oder?
Trinitis: Wenn die Daten bei mir selbst bleiben und ich die absolute Hoheit darüber habe – in Ordnung. Das Problem ist aber, dass die Daten in der Regel in Clouds liegen, um den verschiedenen genutzten Geräten den Zugriff zu ermöglichen, dass sie aus den Apps zu mir nicht bekannten Anbietern wandern, gespeichert, verarbeitet und vielleicht sogar weiterverkauft oder mit anderen verfügbaren Informationen verknüpft werden können – wie Facebook-Profil, Surf- oder Einkaufsverhalten.
Kittel: Es werden zahlreiche Kontextdaten erhoben – wo ich mich wann bewege beispielsweise. Der einzelne Nutzer hat zunehmend weniger Kontrolle darüber, was mit seinen hochsensiblen Messwerten geschieht und wer davon Kenntnis erhält. Gerade Hinweise auf Krankheiten könnten Versicherungen genauso interessieren wie Banken oder Arbeitgeber. Und wenn die Daten einmal im Netz sind, bekommt man sie nicht wieder weg. Meist weiß ich ja nicht einmal genau, welche Daten wo über mich existieren. Weiterlesen

QR-Codes auf Visitenkarten?

Tolles Feature, eher nervig oder so lala – warum der Einsatz von QR-Codes auf Visitenkarten durchdacht sein will und warum am besten ein Konzept dahintersteckt.

Die QR-Code-Quadrate mit dem charakteristischen Muster entdeckt man inzwischen überall: Auf Werbeplakaten führen sie zum Beispiel zu Gewinnspielen, auf Lebensmittelverpackungen zu Rezepten, auf Speisekarten zu den Inhaltsstoffen der aufgeführten Gerichte, im Geschäftsbericht zur digitalen Version, an Sehenswürdigkeiten zu Informationen für die Touristen, auf Prospekten zu Produktvideos. Sie werden bei Messen zur Ticketregistrierung eingesetzt, auf dem Auto des Handwerkers lässt sich mit deren Hilfe unkompliziert eine vorgefertigte SMS mit einer Anfrage senden – und an einer Wohnungstür verbergen sich dahinter WLAN-Zugangsdaten, die der Bewohner Besuchern zur Verfügung stellt. Einfach per Tablet oder Smartphone scannen – und schwupp, sind die codierten Informationen zugänglich. Weiterlesen

Sind QR-Codes auf Visitenkarten sinnvoll?

Axel Klarmann

Axel Klarmann (Foto: Klarmann)

QR-Codes auf Visitenkarten? Nicht unbedingt nötig, aber durchaus ein hilfreiches Gimmick. Sie sollten auf jeden Fall in eine QR-Strategie eingebettet werden – so Axel Klarmann, technischer Geschäftsführer der Internetagentur ZWONULL MEDIA und QR-Code-Experte, im Interview.

Wie oft begegnen Ihnen QR-Codes auf Visitenkarten?
Klarmann:
Selten, vielleicht auf zwei von 300 Karten. Meist auf Klappkarten.
Ist es denn sinnvoll, seine Visitenkarte mit einem QR-Code zu bereichern?Klarmann: Nun, wenn es ausschließlich darum geht, modern zu erscheinen – nein. Der Hype ist vorbei, der Lack ist ab und QR-Codes sind in der Realität, im Marketing-Alltag sowohl B2C als auch B2B angekommen. Wesentlich ist das Konzept, welches hinter dem Einsatz liegt, der Nutzwert, der generiert wird. Denn der QR-Code nimmt nicht unwesentlich Platz ein. Je mehr Informationen ich hineinpacke, desto größer muss er sein, spielt sich manchmal sehr in den Vordergrund und verdrängt imagetragende Elemente. Sinn ist, Lücken zwischen analoger und digitaler Welt zu schließen – welche das im konkreten Fall sind, sollte vorab überlegt werden. Weiterlesen