Showroom für die Marke

Ansprechendes Material, eindeutige Farben, ausgeklügelte LED-Lichtkonzepte, leuchtende Regalfachböden und Flachbildschirme sind der letzte Schrei im Ladenbau. Zunehmend halten modernes Design und zeitgemäße Gestaltung in die Sanitätshäuser Einzug, werden als wesentlicher Teil der Marken-Identität betrachtet.

Elke Park - ParkRaum

Elke Park, ParkRaum Konzepte und Consulting (Foto: Elke Park).

“Der Ladenbau im Gesundheitswesen folgt zunehmend den gleichen Trends wie der sonstige stationäre Einzelhandel – allerdings muss ein Sanitätshaus nicht ganz so glamourös und hell erleuchtet dargestellt sein”, stellt Elke Park von ParkRaum Konzepte und Consulting, Stuttgart, fest.

“Zudem ist das individuelle Stilgefühl der Unternehmensführung sehr entscheidend.” Aktuell seien Holztöne, ob im Bodenbelag oder als Dekore. Dabei prägten Kontraste das Ambiente – viel Weiß, flankiert von starken Farben zum Beispiel. “Der Mut zur Farbe wächst auch im Sanitätshaus”, so die Innenarchitektin.

Um die Kunden emotional anzusprechen, werde mit echten Materialien gearbeitet: “Spektakulär sind Wände mit realen Pflanzen, die sogar nachgeschnitten werden müssen, und Bäume im Ladenraum. Edel wirken Steinauslagen sowie Warenträger aus Echtholz.” Kreativer Materialmix sei das Thema der Stunde – Filz und Holz, Holz und Dekor, Dekor und Mineralstoff. “Durch innovative Werkstoffe lassen sich streng geometrische genauso wie runde oder kurvige Formen gestalten”, so Park. Die Waren treten hervor und sprechen an, ihre Trägersysteme treten in den Hintergrund, werden zu “stillen Verkäufern” mit minimalem Materialanteil.

Im Kommen seien Bistrozonen, beobachtet Park: “Keine unbequemen Stühle mehr, keine Wartewinkel abseits vom Geschehen – sondern Speisen, Getränke und WLAN oder Internetterminals in freundlichem Ambiente sorgen für angenehmere Wartezeiten.” Mittels großzügiger Empfangstheken werde die eigene Marke eindrucksvoll in Szene gesetzt und profiliert, gewinnt an Bedeutung: “Der erste Eindruck entsteht am Empfang im Moment des Eintretens. Er wird immer wesentlicher, prägt das Image des Hauses beim Kunden und damit sein Markenbild. Die Schlagworte sind ansprechende Atmosphäre, Transparenz und Diskretion – unterstrichen beispielsweise von Lichtdecken oder großen Raumleuchten.” Überhaupt sei gleichmäßige Grundbeleuchtung out – Lichtkonzepte inszenieren die Warenwelt und setzen Highlights. “Wechselnde Farben der LED-Beleuchtung, Lichtsteuerung bis in das Schaufenster hinein sind Realität.” Wohlfühlen ist ebenso in den Kabinen gefragt: “In dieser intimen Raumzone finden Verkauf und intensivste Kundenkontakte statt, deshalb wird zunehmend mehr Raum und freundliche Einrichtung zugestanden.”

Gefühlsbetonte Assoziationen weckten hinter- oder beleuchtete Großfotos und Großprints. “Eyecatcher sind große Flachmonitore mit Werbefilmen und Produktpräsentationen”, sagt Park. Die Zukunft werde sich im stationären Handel parallel zu Displaysystemen digital entwickeln. In Apotheken würden Systeme mit virtuell dargestellten Warenregalen bereits eingesetzt: “Abgestimmt auf die jeweilige Beratungssituation, wechseln sie ad hoc die Produktthemen – und der Kunde kann gezielt versorgt werden. Neue Konzepte ermöglichen, sich über das Smartphone auf der Ladenfläche zu informieren.”

Der Artikel erschien in leicht variierter Form als Teil des Themas Markenbildung im Sanitätsfachhandel im Vorfeld der OTWorld 2016 in der Februar-Ausgabe der Fachzeitschrift OT – ORTHOPÄDIE-TECHNIK.

 

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