Smartwatch: Das Beste kommt noch!

Noch ist der Smartwatch-Markt hinter den Prognosen zurückgeblieben. Doch die “schlauen” Uhren werden sich durchsetzen – davon ist Uhrmachermeister Albert Fischer überzeugt. Der Vizepräsident des Zentralverbands für Uhren, Schmuck und Zeitmesstechnik erläutert im Fachprogramm der Uhren- und Schmuckmesse MIDORA Leipzig (3. bis 5. September 2016), was die Branche erwartet.

Ihr Vortrag im MIDORA-Fachprogramm heißt “Smartwatches – Eine Zwischenbilanz”. Wie fällt diese aus?
“Die Uhren- und Schmuckbranche hat sich bislang in sehr kleinen Schritten bewegt. Die Smartwatch-Hersteller aus dem Mobilfunk- und IT-Sektor bevorzugen andere Vertriebswege, zudem sind die am Elektronikbereich orientierten Margen klein. Das Angebot der Uhrenindustrie in diesem Segment war bisher eher dürftig. Doch bis Jahresende haben große Hersteller über neue 100 Modelle im mittleren und unteren Preissegment angekündigt – vom Fitnessarmband mit Schmuckcharakter bis zur Smartwatch, die News und E-Mails anzeigt.”

Ist es höchste Zeit für den Uhrenfachhandel, in dieses Geschäft einzusteigen?
“Der Handlungsdruck steigt. Wer keine Umsatzeinbrüche riskieren will, muss etwas tun. Man braucht sich nur Apple anschauen: Von den vorhergesagten 26 Millionen Stück der Apple Watch wurden zwar gerade einmal ein Drittel verkauft, trotzdem ist der Konzern von Null zum zweitgrößten Uhrenhersteller der Welt aufgestiegen – sowohl hinsichtlich der Stückzahl als auch des Umsatzes. Nach wie vor werden bei Smartwatches jährliche Steigerungsraten von 100 Prozent erwartet.”

Welche Trends zeichnen sich bei Smartwatches ab?
“Die Kunden bevorzugen die runde, gefälligere Form, obwohl sich Text darauf schlechter lesen lässt. Die Optik wird immer edler und hochwertiger – weg von Plastik, hin zu Metall.”

Welche Tipps haben Sie zum Start in diesem Markt?
“Vorteilhaft ist, solch ein Produkt am Arm zu tragen und auszutesten. Die Hersteller bieten den Fachhändlern dafür Sonderkonditionen. Ich selbst habe zwei Modelle. Es gibt nichts Besseres, um Know-how zu sammeln. Zudem stellt die Industrie umfangreiches Schulungsmaterial zur Verfügung. Noch haben die Fachhändler Zeit, ihre Beratungskompetenz auszubauen und damit beim Kampf um Marktanteile zu punkten.”

Das Interview erschien in etwas modifizierter Firm in den MIDORA News 2016 – dem Magazin der MIDORA Leipzig.

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